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In der Krise empowern – Unser Beitrag zur Corona Nothilfe

12 August 2020

In der Krise empowern – Unser Beitrag zur Corona Nothilfe

Die Corona Pandemie ist in Kenia weiter auf dem Vormarsch. Obwohl die kenianische Regierung frühzeitig und umsichtig reagierte, bleiben die Folgen nicht aus. Die Zahlen der Infizierten steigen weiter an und momentan wird der Peak im September erwartet.

Viele Menschen haben infolge der strengen Maßnahmen der Regierung bereits ihre Arbeitsstelle verloren, wurden von ihrem Vermieter vor die Tür gesetzt, leiden Hunger. Und die Frauen, die schon ihren Körper verkaufen müssen, um Geld zu verdienen, haben aufgrund der nächtlichen Ausgangssperren gar keine Einnahmequelle mehr. Daraus resultieren Not und Verzweiflung.

Die Not bewegt unser Team sehr, weshalb wir uns viele Gedanken machten, wie wir am besten unterstützen können. Im Rahmen unserer Missionsvorbereitung 2017 legte die Allianz-Mission uns einen Grundstein zum Thema „when helping hurts“. Das gleichnamige Buch beschreibt kurzgesagt, dass man dem zu Helfenden durch falsches Geben dauerhaft nur noch mehr Schaden zufüge. Dieses erfolgt auf den Ebenen „du bist arm und unfähig ohne mich“. Das bringt den Helfenden in eine Art „Weihnachtsmann-Position“ und verursacht bei dem Armen nur noch mehr Leid und Unwürdigkeitsgefühl.

Der folgende Link führt euch zu einem Video über existenzielle Armut, in dem Betroffene selbst beschreiben, wie sich Armut für sie anfühlt. Dieses Video auf Grundlage einer Studie der Weltbank offenbart auf besonders eindrückliche Weise, dass Armut nicht allein ein Mangel an Dingen, wie z.B. Geld, Wohnung oder Nahrung ist, sondern vor allem emotionale Aspekte betrifft, wie das Fehlen von Würde.

https://www.youtube.com/watch?v=TsC0yslBoUM

Wir als die Sisters for Hope unterstützen die von uns begleiteten Frauen durch Zutrauen und Begleiten, wir wollen ihnen vermitteln, dass sie wertvoll sind und sie in ein selbstbestimmtes Leben führen. Daher arbeiten wir als Sisters for Hope mit dem B4T-Konzept unserer Männer zusammen, bei dem den Frauen durch eine nachhaltige Angestelltenposition ein würdevolles Leben ermöglicht werden kann. In der aktuellen Corona-Notlage sehen wir allerdings eine Notwendigkeit direkt unterstützen zu müssen und zu wollen.

Wir überlegten uns daher ein Konzept, wie wir diesen Familien, die besonders unter den Corona-Einschränkungen leiden, am besten helfen können, ohne Abhängigkeiten zu schaffen und das benannte Armutsgefühl zu erhöhen.

Unser Lösungsansatz ist, die Prostituierten, die wir begleiten und gut kennen, zu unterstützen, indem wir ihnen regelmäßig kleine Geldbeträge überweisen. Die Frauen erhalten den Auftrag, für sich und ihre Familien, sowie jeweils fünf weitere Familien in ihrer Nachbarschaft Lebensmittel zu kaufen, denen es ähnlich schlecht geht. Auf diese Weise sind sie nicht nur Empfänger von Hilfsleistungen, sondern werden selbst zu Helfenden. So wollen wir die Frauen empowern und zeigen „you are able!“

Aufgrund der herausfordernden Situation unterstützen wir einige Familien bereits seit mehreren Monaten. Das oben beschriebene Vorhaben starteten wir Anfang Juni mit einigen Prostituierten unseres engen Vertrauens, die uns aus der aktuellen Not nach Unterstützung angefragt haben und wir sind sehr dankbar, dass wir auf diese Weise aktuell wöchentlich 18 Familien helfen können. Die Frauen senden uns jede Woche Fotos, wie sie die Lebensmittel an die anderen Familien verteilen.

Bitte betet insbesondere um Schutz für die Frauen und ihre Familien und darum, dass die Verteilaktion weiterhin erfolgreich verläuft.

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